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Kinderzahnmedizin

Gesunde Zähne ein Leben lang

Liebe Eltern, bereits mit dem Durchbruch des ersten Zahns beginnt die Zahngesundheit Ihres Kindes – und wir begleiten Sie von Anfang an. Unser Ziel ist es, Eltern frühzeitig aufzuklären und ihnen Sicherheit im Umgang mit der Mundpflege ihres Kindes zu geben.

In den ersten Lebensjahren stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite bei Fragen wie:

  • Welche Zahnbürste ist geeignet für mein Kind
  • Welche Zahnpasta ist altersgerecht und enthält den richtigen Fluoridgehalt?
  • Wie putze ich die Zähne meines Babys oder Kleinkindes richtig?
  • Wie oft sollte eine zahnärztliche Kontrolle stattfinden?

Bei der ersten Untersuchung schauen wir uns nicht nur die Milchzähne, sondern auch die Weichteile im Mund an. So können wir frühzeitig Auffälligkeiten erkennen – etwa orale Restriktionen wie ein zu kurzes Zungenbändchen oder andere Besonderheiten, die Einfluss auf Stillen, Schlucken oder die Sprachentwicklung haben können.

Mit dem Kind wachsen – Zahnpflege Schritt für Schritt

Je älter Ihr Kind wird, desto mehr rückt es selbst in den Mittelpunkt der Zahnpflege. Spielerisch und altersgerecht vermitteln wir, warum Zähneputzen wichtig ist und wie es richtig funktioniert.

Das Kind lernt:

  • den eigenständigen Umgang mit der Zahnbürste,
  • die Bedeutung von regelmäßiger Zahnpflege,
  • erste Ansätze von Verantwortung für die eigene Mundgesundheit zu übernehmen.

Dabei bleibt die Unterstützung durch die Eltern zu Hause entscheidend. Gemeinsam mit unserem Praxisteam begleiten Sie Ihr Kind auf dem Weg zu guter Mundhygiene – durch kontinuierliche Motivation, Kontrolle und altersgerechtes Feedback.

So legen wir gemeinsam den Grundstein für eine lebenslange Zahngesundheit – ganz ohne Angst und mit viel Freude am Zähneputzen.

Prophylaxe und Frühuntersuchungen

Die oben beschriebene Begleitung der Zahnpflege, Aufklärungsmaßnahmen und Eingewöhnung an die zahnmedizinischen Untersuchungen/Behandlungen beginnen mit den Frühuntersuchungen ab dem 6. Lebensmonat. Ab dem 6. Geburtstag beginnt unsere „Zahnputzschule“ im Rahmen der Individualprophylaxe.

Milchzahnfüllungen & Kinderkronen

Manchmal lässt sich Karies trotz guter Pflege nicht vermeiden. In solchen Fällen reparieren wir den betroffenen Milchzahn schonend – zum Beispiel mit einer hochwertigen Kunststofffüllung. Ist der Zahn bereits stärker geschädigt, kann eine Kinderkrone nötig sein, um ihn langfristig zu erhalten. In manchen Fällen führen wir auch eine Wurzelbehandlung am Milchzahn durch – damit der Zahn bis zum natürlichen Zahnwechsel erhalten bleibt und keine Lücken entstehen.

Platzhalter

Wenn ein Milchzahn – besonders im Seitenzahnbereich – vorzeitig verloren geht, kann das Platzprobleme im bleibenden Gebiss verursachen. Ein individuell angepasster Platzhalter sorgt dafür, dass genügend Raum für den nachkommenden bleibenden Zahn erhalten bleibt – und verhindert spätere Zahnfehlstellungen.

Professionelle Zahnreinigung

Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung empfehlen wir als sinnvolle Ergänzung zur täglichen Mundpflege. Sie hilft dabei, die Mundflora gesund zu halten und Karies sowie Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.

Örtliche Betäubung, Lachgassedierung & Narkosebehandlung

Damit Ihr Kind eine Behandlung schmerzfrei und entspannt erleben kann, setzen wir auf kindgerechte Methoden: Unsere „Schlafmarmelade“ (Oberflächenanästhesie) schmeckt süß – z. B. nach Erdbeere oder Zuckerwatte – und betäubt das Zahnfleisch. Dadurch ist der Einstich der „Schlaftropfen“ kaum zu spüren. Unsere „Schlaftropfen“ (örtliche Betäubung) sorgen dafür, dass der Zahn „einschläft“ und Ihr Kind während der Behandlung nichts spürt. Nach dem Eingriff sollte etwa 2 Stunden lang nichts gegessen werden, um Verletzungen durch unbewusstes Beißen zu vermeiden. Unsere „Zauberluft“ (Lachgas) reduziert die Schmerz- und Zeitwahrnehmung, sodass Ihr Kind die Behandlung entspannter erleben kann. In besonderen Fällen ist eine Behandlung unter Vollnarkose notwendig. Hier arbeitet unser Team mit erfahrenen Anästhesist*innen zusammen, die Ihr Kind während der gesamten Behandlung engmaschig überwachen und begleiten.

MIH-Zähne (Kreidezähne)

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), oft „Kreidezähne“ genannt, kommt bei Kindern immer häufiger vor. Die betroffenen Zähne wirken meist gelblich oder bräunlich und können – je nach Schweregrad – sehr empfindlich sein, Schmerzen verursachen oder leichter abplatzen. Häufig betroffen sind die ersten großen bleibenden Backenzähne und/oder die mittleren Schneidezähne. Aber auch im Milchzahngebiss kann die Mineralisationsstörung schon auftreten.

Wir bieten Ihrem Kind eine individuell angepasste Behandlung an. Diese reicht von einer ICON- Infiltrationstherapie an den Schneidezähnen über Füllungen und Stahlkronen bis zu CAD/CAM- Keramikkronen im Seitenzahnbereich. Besonders wichtig ist jedoch, die MIH früh zu erkennen. Deshalb empfehlen wir regelmäßige Kontrollen von Anfang an, um die Zähne bestmöglich zu schützen.

Fissurenversiegelungen

Die Versiegelung der großen bleiben Backenzähne (6- und 12-Jahresmolaren) wird empfohlen, um das Kariesrisiko auf den Kauflächen zu reduzieren. Dafür werden die tiefen Rillen und Grübchen auf der Zahnoberfläche mit einem dünnfließenden Kunststoffmaterial verschlossen – so wird verhindert, dass sich dort Bakterien und Speisereste festsetzen und Karies entstehen kann.

Häufige Fragen

Wann soll ich mit meinem Baby/Kind zum Zahnarzt?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen
(Z1–Z6) und Individualprophylaxe (IP):

  • 6.–9. Monat: erste Untersuchung (Z1)
  • 10.–20. Monat: zweite Untersuchung (Z2)
  • 21.–33. Monat: dritte Untersuchung (Z3)
  • ab 3 bis 6 Jahren: halbjährliche Kontrolle (Z4–Z6)
  • ab 6 bis 18 Jahren: halbjährliche

Individualprophylaxe + zahnärztliche Kontrolle
Übrigens: Seit dem 01.01.2026 sind die Z1–Z6-Untersuchungen im gelben U-Heft zu finden.
Kinder, die vor 2026 geboren sind, bekommen bei uns ein Einlageheft für ihr U-Heft. Bringen Sie
dieses zu jeder Z-Untersuchung mit.

Warum ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR) bei Kindern wichtig?

Auch wenn Ihr Kind zu Hause regelmäßig und sorgfältig die Zähne putzt, gibt es Stellen im
Mund, die mit der Zahnbürste kaum zu erreichen sind. Dort können sich mit der Zeit
Bakterienbeläge festsetzen – besonders am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch oder
unterhalb des Zahnfleischrandes.
Diese Beläge verhärten sich durch Mineralien aus dem Speichel und fühlen sich dann rau an –
ähnlich wie Zahnstein. An solchen rauen Oberflächen haften neue Bakterien besonders leicht
an, und das Kariesrisiko steigt.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, reinigen wir bei der professionellen Zahnreinigung (PZR)
die Zähne Ihres Kindes gründlich, aber ganz sanft und kindgerecht. Mit kleinen Polierbürstchen
und fruchtig schmeckenden Pasten – zum Beispiel nach Erdbeere, Minze oder Melone – werden
Beläge entfernt und die Zähne wieder schön glatt und sauber poliert.
In der Regel reicht es aus, die professionelle Zahnreinigung zweimal im Jahr durchführen zu
lassen. Bei Kindern mit einem erhöhten Kariesrisiko – etwa bei fester Zahnspange oder
besonders engen Zahnzwischenräumen – empfehlen wir eine Reinigung bis zu viermal jährlich.
Wie oft die Behandlung für Ihr Kind sinnvoll ist, besprechen wir natürlich individuell und
ausführlich mit Ihnen als Eltern. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass Kinderzähne gesund,
stark und strahlend bleiben.

Was genau sind Kinderkronen?

Unter „Kinderkronen“ versteht man spezielle Kronen aus Edelstahl oder Keramik, die verwendet
werden, wenn ein Milchzahn bereits ein größeres Loch hat oder stark beschädigt ist.
Milchzähne sind anders aufgebaut als bleibende Zähne: Die harte Zahnsubstanz – also
Zahnschmelz und Dentin – ist deutlich dünner, und der Zahnnerv liegt in einer größeren,
empfindlicheren Kammer. Deshalb kann schon ein kleines Loch schnell den Zahnnerv erreichen
und eine Entzündung verursachen.
Bei größeren Schäden reicht eine normale Füllung meist nicht mehr aus. Das Füllungsmaterial
haftet an der dünnen Zahnwand schlechter, sodass Füllungen bei ausgedehnten Kariesstellen
oft nicht lange halten. Wenn man ein Loch im Milchzahn schon mit bloßem Auge sieht, ist der
Zahn häufig so stark geschwächt, dass eine Füllung keine dauerhafte Lösung mehr ist – hier
kommen Kinderkronen zum Einsatz.
Kinderkronen umschließen den gesamten Zahn wie eine schützende Hülle. So wird der Zahn
stabilisiert, kann weiterhin seine Funktion erfüllen und bleibt bis zum natürlichen Zahnwechsel
erhalten. Das ist wichtig, damit der Platz für den nachfolgenden bleibenden Zahn erhalten bleibt
und keine Zahnfehlstellungen entstehen.
Je nach Zahnstellung und ästhetischem Anspruch werden Stahlkronen (robust, bewährt, für
Backenzähne) oder keramische Kronen (zahnfarben, besonders im sichtbaren Bereich)
verwendet.

Die Behandlung erfolgt behutsam und kindgerecht – meist unter lokaler Betäubung, manchmal
auch in Narkose, wenn mehrere Zähne behandelt werden müssen oder das Kind sehr ängstlich
ist.
Fazit: Kinderkronen sind eine sichere und langlebige Möglichkeit, stark geschädigte Milchzähne
zu erhalten. Sie schützen den Zahn, verhindern Schmerzen und sorgen dafür, dass Ihr Kind
weiterhin gut kauen, sprechen und lachen kann.

Zahnunfall – was soll ich tun?

Ein Sturz vom Fahrrad, eine Rangelei beim Spielen oder ein Schlag beim Sport – Zahnunfälle
bei Kindern passieren schneller, als man denkt. Wichtig ist: Ruhe bewahren und richtig handeln!
Mit den richtigen Schritten können Sie oft dazu beitragen, dass der Zahn erhalten bleibt.

  1. Zahn suchen und richtig aufbewahren
    Wenn ein bleibender Zahn ausgeschlagen wurde, suchen Sie ihn und fassen ihn nur an der Krone (nicht an der Wurzel!) an. Bitte nicht reinigen oder desinfizieren! Legen Sie den Zahn am besten in eine Zahnrettungsbox (erhältlich in Apotheken oder Schulen). Alternativ können Sie den Zahn in kalte Milch oder in isotone Kochsalzlösung legen – niemals in Wasser!
  2. Lose oder verschobene Zähne
    Wenn ein Zahn gelockert oder verschoben ist, sollte Ihr Kind nicht darauf beißen. Bitte kommen Sie umgehend in die Praxis, auch wenn der Zahn äußerlich noch „gut aussieht“.
  3. Abgebrochene Zahnstücke
    Auch kleine Stücke können wir eventuell wieder befestigen! Bewahren Sie das Fragment feucht auf (in Milch oder einer Zahnrettungsbox) und bringen Sie es mit.
  4. Schnell handeln!
    Je schneller Ihr Kind zahnärztlich versorgt wird, desto größer ist die Chance, den Zahn zu retten. Am besten rufen Sie uns sofort an oder wenden sich außerhalb der Sprechzeiten an den zahnärztlichen Notdienst.
Unser Tipp: Halten Sie zu Hause oder in der Sporttasche eine Zahnrettungsbox bereit – sie
kann im Notfall entscheidend sein!